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Mitteldeutsche Wirtschaft Ausgabe 01/2021

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SCHWERPUNKT DURCH DIE

SCHWERPUNKT DURCH DIE KRISE KOMMEN Über Nacht ins Homeoffice Die Corona-Krise zwang und zwingt noch immer zahlreiche Unternehmen dazu, Arbeitsabläufe zu verändern. Dass dies eine Chance sein kann, zeigt das Beispiel der GISA GmbH aus Halle (Saale). Hier ist mobiles Arbeiten mittlerweile gang und gäbe – die Vereinbarkeit von Beruf und Familie wird gefördert. Privatleben und Beruf miteinander zu verbinden, spielt bei der GISA GmbH schon länger eine große Rolle. Bereits 2009 wurde das Unternehmen als familienfreundlicher Betrieb zertifiziert – inzwischen drei Mal in Folge. Mit Maßnahmen, die leicht umzusetzen waren, begann GISA damals, die familiären Interessen der Mitarbeiter besser mit den betrieblichen Erfordernissen in Einklang zu bringen. So fanden etwa Meetings nicht mehr zu familienunfreundlichen Zeiten statt, schrittweise kamen weitere Regelungen hinzu: zum Beispiel ein bezahlter freier Tag pro Quartal für Mitarbeiter mit Kindern bis zu zwölf Jahre oder ein Pflegebonustag für pflegende Angehörige. Prozess beschleunigt „Die Pandemie hat den Prozess hin zum mobilen Arbeiten enorm beschleunigt“, bringt es die Personalverantwortliche Anja Kutzler auf den Punkt. Ohne die Corona-Restriktionen hätte es vermutlich um einiges länger gedauert, bis Homeoffice diese Effizienz und Akzeptanz im Unternehmen erreicht hätte. Die Mitarbeiter konnten die Arbeitszeit flexibel halten – auch Teilzeit war kurzfristig möglich -, den Tag individuell strukturieren und so gegebenenfalls die Kinderbetreuung besser organisieren. Zusätzliche Kinderbonus-Tage durften zudem am Stück genommen werden. „Auch die Corona-bedingte Krankheitsquote ging exorbitant zurück“, berichtet Kutzler. Kommunikation über Skype Die Möglichkeit im Homeoffice zu arbeiten, wurde zwar an vielen Stellen angeboten, hatte sich aber noch nicht überall durchgesetzt. Dies änderte sich schlagartig mit dem ersten Lockdown im Frühjahr 2020. Die meisten Mitarbeiter wechselten über Nacht ins Homeoffice. Die Techniker bauten die Bandbreite der gesicherten IT-Zugänge aus, kommuniziert wurde über Skype. Dafür erhielt jeder Mitarbeiter ein Headset. Nach kleinen Startschwierigkeiten funktionierten Arbeit und Teamwork überraschend gut. Arbeitsplatzkapazitäten optimieren Während des zweiten Lockdowns ist etwa die Hälfte der GISA-Mitarbeiter erneut im Homeoffice. Diese Arbeitsorganisation wird auch künftig einen großen Stellenwert einnehmen. Die Personalverantwortliche berichtet von einem Pilotprojekt, das derzeit unter anderem dazu getestet wird, die Arbeitsplatzkapazitäten zu optimieren. Dabei arbeiten hundert Mitarbeiter auf freiwilliger Basis drei Tage pro Woche zu Hause. Für die restlichen Wochentage werden freie Arbeitsplätze im Unternehmen, nicht zwangsläufig die bislang eigenen, über eine App gebucht und reserviert. Damit möchte GISA jedem Mitarbeiter genau die Arbeitsumgebung ermöglichen, die für seine individuellen Bedürfnisse am besten passt. Zudem will das Unternehmen weiterhin personell wachsen und dafür die Raumkapazitäten optimiert und flexibel bereitstellen. Eindrücke aus dem Homeoffice bei GISA GISA GmbH Leipziger Chaussee 191A 06112 Halle (Saale) Tel. 0345 585-2200 www.gisa.de 16 MITTELDEUTSCHE WIRTSCHAFT DAS WIRTSCHAFTSMAGAZIN DER INDUSTRIE- UND HANDELSKAMMER HALLE-DESSAU 01/2021

Auftragsbücher gut gefüllt! SCHWERPUNKT DURCH DIE KRISE KOMMEN Somatech-Mitarbeiter Maik Rohrbeck arbeitet am Faltwerkzeug für Kartonaufrichter. Erfreulicherweise gibt es auch Unternehmen, die vergleichsweise gut durch die Corona-Krise gekommen sind bzw. kommen – so zum Beispiel der Maschinenbaubetrieb Somatech bei Hohenmölsen (Burgenlandkreis). Das Unternehmen plant, konstruiert und fertigt Maschinen und Anlagen zur Automatisierung des Endverpackungsprozesses – zu 90 Prozent für die Lebensmittelindustrie. „Diese hat ja nur geringe Probleme mit Corona. Insofern haben wir Gott sei Dank bislang keine Auftragseinbrüche zu verzeichnen", erzählt Andreas Stickel, der das Unternehmen 1996 selbst gegründet hat und bis heute Inhaber ist. Auch für 2021 erwartet Stickel keine Probleme. „Unsere Auftragsbücher sind gut gefüllt, bis Mitte des kommenden Jahres haben wir genug Arbeit. Und wenn weitere interessante Anfragen umgesetzt werden können, wird es wieder ein gutes Jahr. Vorausgesetzt, dass sich niemand unserer 20 Mitarbeiter infiziert." Ganz spurlos allerdings ist Corona auch an Somatech nicht vorbeigegangen. „Im Frühjahr war bereits eine Endmontage bei einem Kunden geplant. Doch der hatte diese um sechs Wochen verschoben, weil er erstmal keine Fremdfirmen bei sich reinlassen wollte", erzählt Stickel. Schwierig sei auch die Akquise, die nun teilweise nur noch per Videokonferenz über die Bühne gehe – ein Umstand, an den sich der Geschäftsführer erst noch gewöhnen muss. „Der persönliche Kontakt zum Kunden ist in unserer Branche ein sehr wichtiger Aspekt.“ Im eigenen Betrieb hielten sich die Mitarbeiter, wo immer möglich, an die Abstandregeln und nähmen das Mittagessen bei Bedarf getrennt voneinander ein. Und Schutzbekleidung, Mundschutz und Hände desinfizieren sei in der Lebensmittelindustrie sowieso schon seit Jahren Standard. Somatech Maschinenbau GmbH An der B 91, 06679 Hohenmölsen, Tel. 034443 62736, www.somatech.de Anzeige

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